/ Stefan Kress

Kampagnen-Tracking: welcher Kanal wirklich Besucher bringt

Sie verschicken einen Newsletter, posten auf LinkedIn, setzen einen Link in die E-Mail-Signatur – und in der Auswertung erscheint trotzdem fast alles als anonymer «Direktzugriff». Kampagnen-Tracking schliesst diese Lücke: Markierte Links ordnen jeden Klick seiner Quelle zu. So wird messbar, welcher Aufwand sich lohnt – und das funktioniert auch dann, wenn Besucher Cookies ablehnen.

Das Problem: alles wird «Direktzugriff»

Ein Link in der E-Mail-Fusszeile führt zu Ihrer Website. Wird er nicht markiert, zählt der Besuch als anonymer Direktzugriff – obwohl ein direkter Kontakt bereits bestand. Analytics-Werkzeuge kennen zwar eine grobe Vorab-Gruppierung der Herkunft:

  • Direktzugriffe
  • Zugriffe über Suchmaschinen
  • Verweise von anderen Websites
  • Zugriffe aus Online-Werbung
  • Zugriffe über E-Mail
  • Zugriffe über Social Media

Diese Einteilung ist nützlich, aber grob. Welcher einzelne Newsletter, welcher konkrete Post Besucher gebracht hat, bleibt unsichtbar – solange Sie die Links nicht selbst markieren.

Links markieren: drei Angaben genügen

Eine Markierung sind ein paar zusätzliche Angaben am Ende der Link-Adresse (sogenannte UTM-Parameter). Drei davon tragen den grössten Teil der Aussage:

  • Quelle – woher der Klick kommt (z. B. newsletter, linkedin).
  • Medium – über welchen Kanal (z. B. email, social).
  • Kampagne – welche Aktion (z. B. fruehlingsaktion-2026).

Markieren lässt sich jeder klickbare Link, der nicht ohnehin schon auf einer Website sitzt – Newsletter, E-Mail-Signatur, Social-Post, sogar Links in einem PDF.

Was Sie damit beantworten

Aus markierten Links werden Fragen beantwortbar, die vorher offen blieben:

  • Welcher Newsletter, welcher Post bringt Besucher, die auch handeln – nicht nur klicken?
  • Wirkt eine Kampagne sofort oder zeitversetzt? So wird sichtbar, dass jemand im Juni kauft, aber über den Newsletter von Ende April gekommen ist.
  • Wo lohnt sich der Aufwand (Effizienz), und welche Inhalte kommen wirklich an (Wirkung)?

Attribution ohne Cookie-Hörigkeit

Der entscheidende Punkt für ein Schweizer KMU: Die Markierung steckt in der Adresse des Links, nicht in einem Drittanbieter-Cookie. Sie greift deshalb auch dann, wenn ein Besucher Cookies ablehnt – und sie verarbeitet für sich genommen keine Personendaten.

Dieselbe Information steht zudem in den Server-Logfiles: Welcher Link einen Besucher gebracht hat, lässt sich dort unabhängig vom Browser nachvollziehen. Genau diese Logsicht fängt einen Teil dessen auf, was Cookie-basiertes Tracking verliert.

Häufige Fragen

Brauche ich dafür Google Analytics?

Nein. UTM-Parameter sind ein offener Standard, den Google Analytics, Matomo und praktisch jede andere Lösung gleichermassen auswertet. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass Sie Ihre Links konsequent markieren.

Sehen die Empfänger diese Markierung im Link?

Ja, sie ist in der Adresse sichtbar und kann lang wirken. Für Newsletter und Social-Posts lassen sich Links bei Bedarf kürzen, ohne die Messung zu verlieren.

Ist Kampagnen-Tracking datenschutzkonform?

Die Markierung selbst enthält keine Personendaten – sie beschreibt die Kampagne, nicht die Person. Relevant wird der Datenschutz erst durch das dahinterliegende Analytics-Werkzeug und dessen Konfiguration nach revDSG.