/ Stefan Kress

SPF-Record: was er prüft und wie Sie ihn selbst lesen

Ein SPF-Record ist ein einzelner DNS-Texteintrag Ihrer Domain, der auflistet, welche Mailserver in Ihrem Namen versenden dürfen. Empfangende Systeme wie Microsoft 365 oder Gmail schlagen bei jeder eingehenden E-Mail automatisch diesen Eintrag nach und vergleichen ihn mit dem tatsächlich sendenden Server. Stimmt er nicht überein, gilt die Mail als nicht autorisiert – unabhängig davon, wie seriös ihr Inhalt ist.

Was im DNS tatsächlich steht

Ein SPF-Record ist ein TXT-Eintrag auf Ihrer Domain, keine separate Datei und kein Login irgendwo. Er sieht typischerweise so aus:

v=spf1 ip4:203.0.113.10 include:_spf.google.com include:sendgrid.net ~all

Jedes Element hat eine feste Bedeutung:

BausteinBedeutung
v=spf1Kennzeichnet den Eintrag als SPF, Version 1
ip4: / ip6:Eine konkrete Server-Adresse, die senden darf
include:Verweist auf den SPF-Record eines Dienstleisters (z. B. Ihr Newsletter-Tool)
~allSoftfail: alles Übrige gilt als verdächtig, wird aber meist trotzdem zugestellt
-allHardfail: alles Übrige wird konsequent abgelehnt

Die Reihenfolge der Einträge spielt keine Rolle, das Präfix vor all dagegen schon – es bestimmt, wie streng nicht gelistete Server behandelt werden.

Wie Sie Ihren eigenen Record lesen

Sie brauchen kein Spezialwerkzeug, ein einfacher DNS-Abfragebefehl genügt:

dig TXT ihredomain.ch +short

Unter Windows funktioniert nslookup -type=TXT ihredomain.ch ebenso. Das Ergebnis kann mehrere TXT-Einträge zeigen – gesucht ist die Zeile, die mit v=spf1 beginnt. Prüfen Sie darin jeden include:, ob der jeweilige Dienst tatsächlich noch aktiv genutzt wird, und jede ip4:-Adresse, ob der dahinterliegende Server noch existiert.

Warum die meisten SPF-Fehler erst nach dem Einrichten entstehen

Die meisten SPF-Probleme entstehen nicht beim Einrichten, sondern beim Vergessen danach:

  • Verwaiste include:-Einträge. Ein Newsletter-Anbieter wird gewechselt, der alte Eintrag bleibt aber im Record stehen.
  • Das 10-Lookup-Limit. SPF erlaubt maximal 10 DNS-Abfragen pro Prüfung (jedes include: zählt, teils mehrfach verschachtelt). Wird das überschritten, gilt der gesamte Record als ungültig – auch die korrekten Einträge werden dann ignoriert.
  • +all statt ~all oder -all. Das erlaubt praktisch jedem Server, in Ihrem Namen zu senden – das Gegenteil von Schutz.
  • Zwei SPF-Records gleichzeitig. Pro Domain ist nur ein SPF-TXT-Eintrag zulässig; ein zweiter macht beide ungültig.

Ein konkretes Beispiel: Ein Treuhandbüro wechselt von einem lokalen Mailserver zu Microsoft 365, vergisst aber, den alten ip4:-Eintrag zu entfernen und den neuen include:spf.protection.outlook.com zu ergänzen. Ergebnis: Ausgehende Mails über Microsoft 365 werden bei manchen Empfängern als nicht autorisiert markiert, weil der SPF-Record noch den stillgelegten Server nennt und Microsoft fehlt.

Ein SPF-Record ohne DKIM und DMARC schützt nur die technische Versandroute – nicht die sichtbare Absenderadresse, die Ihre Kunden tatsächlich lesen.

Häufige Fragen

Reicht SPF allein als Schutz vor gefälschten Mails aus?

Nein. SPF prüft nur, ob der versendende Server autorisiert ist – nicht, ob die Nachricht unterwegs verändert wurde, und nicht, ob die im «From»-Feld sichtbare Adresse mit dem geprüften Server übereinstimmt. Dafür braucht es DKIM und DMARC zusätzlich.

Was ist der Unterschied zwischen `~all` und `-all`?

~all (Softfail) markiert nicht autorisierte Absender als verdächtig, viele Empfänger stellen die Mail trotzdem zu, meist im Spam-Ordner. -all (Hardfail) verlangt eine konsequente Ablehnung. Der Wechsel zu -all lohnt sich erst, wenn Sie sicher sind, dass alle legitimen Versandwege im Record erfasst sind.

Was passiert, wenn ich das 10-Lookup-Limit überschreite?

Der SPF-Record wird als permerror gewertet und von vielen Empfängern wie ein fehlender Record behandelt – der Schutz entfällt vollständig, obwohl der Eintrag vorhanden ist. Grössere Organisationen mit vielen Drittdiensten (CRM, Newsletter, Ticketsystem) stossen daran schneller, als man denkt.

Wie oft muss ich meinen SPF-Record pflegen?

Bei jedem Wechsel eines Mail- oder Versanddienstes – Hosting, Newsletter-Tool, CRM mit E-Mail-Funktion. Ein jährlicher Check reicht als Minimum, um verwaiste Einträge zu finden.